Die Technik steht. Die Kosten laufen weiter.
Ich bin in Unternehmen gekommen, die ihre Prozesse sauber dokumentiert hatten. Hunderte Dokumente, ordentlich als Word-Dateien auf dem Server, nach ISO zertifiziert, im Lean Management gepflegt. Für den normalen Betrieb und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist das gut.
Fällt die Technik vollständig aus, steht die Produktion. Aufträge bleiben liegen, Liefertermine geraten in Gefahr, und manchmal wartet ein Kunde auf Teile, ohne die seine eigene Produktion ebenfalls stillsteht. Gehälter, Mieten und Leasingraten laufen weiter. Dazu kommen entgangene Deckungsbeiträge, Sondertransporte und Vertragsfolgen.
Wenn der Techniker das Unternehmen nicht kennt
Der IT-Dienstleister wird gerufen, und oft kommt ein Techniker, der das Unternehmen noch nie betreten hat. Er muss herausfinden, welche Systeme vorhanden sind, wie sie zusammenhängen, wo die Datensicherungen liegen, wer entscheiden darf und was zuerst wieder laufen muss.
Die Dokumentation liegt auf dem Server, der gerade nicht funktioniert. Und selbst wenn sie greifbar wäre: Im Ernstfall kann sich niemand eine Woche durch Hunderte Dokumente arbeiten.
Was kostet eine Stunde Suche?
Der IT-Krisenkompass verkürzt keine Reparatur. Er verkürzt die Zeit, bis klar ist, wo die Reparatur beginnt. Wie lange das im eigenen Unternehmen heute dauern würde, lässt sich am besten selbst einschätzen.
Ein kurzer Fahrplan für den Ernstfall
Vielleicht sind es zehn Seiten, vielleicht zwanzig. Entscheidend ist, dass ein externer Fachmann in kurzer Zeit versteht, womit er es zu tun hat:
- Wer sind die Ansprechpartner, wer trägt Verantwortung, wer darf entscheiden?
- Welche Systeme sind für den Betrieb unverzichtbar, und wie hängen sie zusammen?
- Wo liegen die Backups, welche Snapshots gibt es, und wer kommt daran?
- Welche Ersatztechnik steht bereit, im Unternehmen oder beim Dienstleister?
- Welche Reaktionszeiten sind vereinbart, und wann sind Techniker und Geräte tatsächlich vor Ort?
- Was muss zuerst wieder laufen: Produktion, Auftragsabwicklung, Versand oder Buchhaltung?
- Welche Folgeprozesse und Lieferverpflichtungen hängen daran?
- Mit welcher minimalen Ausstattung lässt sich der Betrieb teilweise fortsetzen?
Am Ende liegt ein fertiges, verwendbares Dokument vor, nicht nur eine Bestandsaufnahme mit Empfehlungen. Dazu kommen die offenen Punkte, die vor einem Ernstfall geklärt werden sollten. Das Dokument liegt außerhalb der eigenen IT, Zugangsdaten in einer geschützten Ablage.
Wie der IT-Krisenkompass entsteht
Grundlage sind ein strukturierter Fragenkatalog, die vorhandenen Unterlagen und Gespräche mit den Menschen, die den Betrieb tatsächlich kennen: Geschäftsführung, IT, Produktion, Verwaltung und externe Dienstleister.
Ein System, das vor einem anderen gestartet werden muss. Eine Schnittstelle, die nur ein bestimmter Mitarbeiter kennt. Ein Ablauf, der auf den ersten Blick nichts mit IT zu tun hat.
Was der IT-Krisenkompass nicht ist
Der IT-Krisenkompass ist kein vollständiger Krisenmanagementplan. Er ersetzt weder eine vollständige technische Dokumentation noch einen Wiederherstellungstest.
Ob ein Backup tatsächlich wiederherstellbar ist oder ein Dienstleister im Ernstfall liefert, lässt sich durch eine Bestandsaufnahme nicht nachweisen. Dafür braucht es eigene Untersuchungen und gegebenenfalls kontrollierte Krisentests.
Wer dahintersteht
Als IT- und Digitalisierungsleiter eines Maschinenbauers habe ich eine Landschaft aus Produktions-IT, ERP, zwei Rechenzentren und zehn parallel tätigen Dienstleistern verantwortet. Bei Siemens Nixdorf habe ich nach der Fusion zwei Servicesysteme eigenverantwortlich zusammengeführt. Und eine Produktionsplattform habe ich von Prag nach Amsterdam umgezogen, mit rund zwei Sekunden Unterbrechung.
Umfang
Für einen Mittelständler sind es typisch drei bis acht Arbeitstage, je nach Standorten, Dokumentation und Systemlandschaft. Das meiste passiert vor Ort, weil die Geschäftsführung selten alle Abläufe kennt, besonders die versteckten.
Umfang und Vergütung werden vor der Beauftragung vereinbart; Reise- und Nebenkosten ab Startort Freiburg werden nach Aufwand gesondert berechnet. Auf Wunsch wird der IT-Krisenkompass regelmäßig überprüft, etwa alle sechs Monate.
Pilotangebot
Für die ersten drei Auftraggeber biete ich den IT-Krisenkompass zum Festpreis von 3.500 € netto an (regulär nach Aufwand bei ca. 3–8 Tagen zu je 1.500 € netto/Tag).
- ein Standort mit überschaubarer Infrastruktur
- eine vorab festgelegte Zahl von Gesprächen
- als Ergebnis der fertige IT-Krisenkompass für dieses Unternehmen
Innerhalb dieses Umfangs gilt der Festpreis, unabhängig von der tatsächlichen Zahl der Tage. Weitere Standorte oder eine komplexere Systemlandschaft werden zum regulären Tagessatz gesondert vereinbart. Die Vergütung erfolgt in zwei Teilen: 50 % bei Beauftragung, zahlbar vor Arbeitsbeginn, und 50 % bei Übergabe des fertigen IT-Krisenkompasses. Reisekosten kommen gesondert hinzu, Einzelheiten regeln die Dienstleistungsbedingungen. Eine Referenz ist willkommen, aber keine Bedingung: Was ich über die Krisenfähigkeit eines Unternehmens erfahre, bleibt vertraulich.
Die entscheidende Frage
Wenn morgen die gesamte IT ausfällt und ein fremder Techniker vor der Tür steht: Wie viele Stunden vergehen, bis er weiß, was zuerst zu tun ist?
Eine kurze Beschreibung des Unternehmens, der Standorte und der IT-Landschaft genügt für eine erste Einordnung.